6 harmvolle bagatellen (1998/1999)
für Streichquartett.

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Die Uraufführung durch das Petersen-Quartett findet am 25. Januar 2000 im Itzehoer Stadttheater statt.

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Einführung durch Dr. Wolfgang Rogge

Ich muß zugeben, daß mich bei jedem Kompositionsansatz auch die mögliche Reaktion der mich umgebenden Kulturlandschaft beschäftigt und meinen Weg beschwert.
Meine Musik soll nicht unbedingt das sein, was viele vielleicht als "schön" oder "sympathisch" bezeichnen würden. (Cocteau sagte einmal in einem Interview, daß Künstler schneller als die Schönheit sein müßten. Er erläuterte, daß Künstler häufig Fremdes produzierten, etwas, was viele für häßlich ansehen würden. Im Laufe der Zeit könnte dies aber von denjenigen, die sich darauf einließen, immer mehr als schön empfunden werden.)

Mein Anspruch bedeutet nicht selten ein völliges Loslassen von den üblichen Bewertungskriterien über den Konsens von Kunst, was vielen nicht leicht fällt. Und er fordert vom Zuhörer die Voraussetzung auch ihm fremde Kompositionsmethoden empfinden und nachvollziehen zu können, was ohne Übung anstrengend sein kann.
Dieser Anspruch kann auch befreien, weil Schöpfungen ohne das Schielen auf Hoffentlich-Finden-Alle-Meine-Komposition-Gut den Blick auf neue Horizonte eröffnen können.
Ich habe schon immer etwas gegen abgegangene Trampelpfade, billige Effekte, raffinierte Tricks und exaltierte Expressivität in der Musik gehabt. Deshalb war ich ständig auf der Suche nach dem, was man Authenzität in der Musik nennen könnte. Das bedeutet bei mir Selbstbeschränkung, bei mir vor allem im Umfang, Variationsbreite und selbst im Handwerk.
Kurz vor dem Komponieren der 'sechs harmvollen bagatellen' habe ich mich mit dem französischen Maler Dubuffet beschäftigt. Das Spontane, das Ungekünstelte, die Wertschätzung des augenscheinlich Bedeutungslosen in seinen Gemälden haben mich inspiriert...
Ich verstehe in den 'sechs harmvollen bagatellen' das Nicht-Festgelegte als Entscheidung, das Anonyme als meins.

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