Version mit Altflöte Uraufführung in der Version
mit Altflöte am 26. Mai im 'theater itzehoe' durch
das Ensemble Horizonte unter der Leitung von Jörg
Peter Mittmann. Version mit Klarinette (Version mit Bass und
Klarinette (in B) pdf) Einführung von Dr.
Mechtild Hobl-Friedrich Der Komponist Peter Heeren, dessen
"Vier Gesänge mit Johann Wolfgang von Goethe" Sie
anschließend hören werden, hat sich lange und
intensiv mit dem Dichter auseinandergesetzt. Etwas fremd, und dennoch in
Korrespondenz zum ersten Teil stehend, mutet der dritte
Teil an, Faust II entnommen. Bruchstücke eines
Mozartschen Wiegenliedes werden als Elemente neu
gefügt, und im Schmerz über die nicht zum Leben
geborenen Kinder tasten sich die Instrumente bis an die
Grenze des akustisch Hörbaren und des technisch
Spielbaren. Diese "Vier Gesänge"
führen den Hörer in eine stille, nach innen
gekehrte, der lauten Außenwelt abgetrotzte
Reflektion, musikalisch auf die sparsamsten Mittel
reduziert.
4 Gesänge mit J. W. v.
Goethe
für Sprecher, Sopran, Altflöte (in G),
Bratsche und Violoncello (2002)
Dabei stieß er
zwangsläufig auf die naturwissenschaftlichen Studien
Goethes, die in dessen Leben einen ebenso großen
Raum eingenommen haben wie sein dichterisches Wirken. Von
diesen naturwissenschaftlichen Studien hat Goethes
Farbenlehre eine große Bedeutung erlangt. Doch was
weithin unbekannt geblieben ist, ist Goethes Versuch,
auch eine Tonlehre zu entwickeln. Da Goethes
Verhältnis zur Musik ein durchaus zwiespältiges
war, ist es natürlich für einen Komponisten
überaus reizvoll, sich gerade diesen Texten zu
nähern. Peter Heeren hat für seine Komposition
aus den Paralipomena - den Randbemerkungen - einige,
häufig auf ein einziges Wort reduzierte "Gedanken"
ausgewählt und sie in ein ebenso
bruchstückartiges, fragmentarisches Musikmaterial
übernommen, das, mit Generalpausen durchsetzt, die
innere, die gedankliche Weiterentwicklung, hörbar
macht. Die Instrumente sind auf ihre weit vom
volltönenden Wohlklang entfernte spröde
Tongebung reduziert.
In Korrespondenz zueinander stehen
der zweite und der vierte Teil, wobei es im zweiten Teil
um die Monaden-Lehre, ein von Goethe aus der Leibnizschen
Philosophie in die Musik eingeführten Begriff geht,
womit er Proportionen beschreibt. Diese hat der Komponist
in seine Sprache übertragen. Der vierte Satz, der
Farbenlehre entnommen, verdeutlicht das. Die Illustration
des Satzes, einmal gesungen, einmal gesprochen, geschieht
- im Sinne der Evolution und der Nachahmung - durch eine
entfernt l2tönige Reihe, besser vielleicht: durch
12-Ton-Felder, die, in Verbindung mit tonalen Elementen,
zu einem Gleichgewicht, zu einer inneren Harmonie
führen.