aus "interview mit sich selbst"

von Helmut Heißenbüttel

 

.. und wenn man sich fragt, was will man denn eigentlich von sich selber wissen?
Garnichts.
Mit Wissen-Wollen hat das nichts zu tun.
Du bist dir uneins, und weil du dir uneins bist, erfindest du jemand, den du fragen kannst:
mich.
Eigentlich gibt es dich also nicht?
Doch, doch, es gibt mich, weil du mich erfindest.
Aber was ich erfinde ist, das ist doch das, was ich erst mache.
Du bist sozusagen ein Produkt von mir oder von meiner Phantasie.
So einfach ist es nicht, fürchte ich.
Denn wenn du sonst was erfindest oder machst, tust du das unter der Voraussetzung, das du das auch sein lassen kannst.
In allen solchen Unternehmungen bewahrst du dir - was das auch bedeuten mag - die Illusion des freien Willens.
Ich aber bin sozusagen eine Zwangsangelegenheit von dir.

Aber wenn ich mich nun einfach darüber hinwegsetze und lustig weitermache...

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